Carolin Binder

In seinem malerischen Spätwerk befasst sich Best mit der Anordnung geometrischer Formen im Raum und untersucht deren Zusammenspiel. Dabei scheint es das Bedürfnis des Künstlers gewesen zu sein, den Bereich der rein gegensätzlichen Kunst hinter sich zu lassen. Betitelt hat er diese Werke stets mit dem Begriff »Konstruktiv«. Georg Jakob Bests konstruktive Werke sind nach den Strukturbildern entstanden und können als eine Weiterentwicklung derer angesehen werden. Die Schraffur wird zur Linie und zum Balken gesteigert, dich sich ein einem Knotenpunkt im Zentrum verhaken und verzahnen und die fein mit dem Malstock gezogenen Konturen der geometrischen Formen ergeben ein konstruktives Gefüge. Dennoch negiert Best in seinen Bildern niemals den Akt des Malens. Sie sind nicht als »Konstruktionen« zu verstehen, sondern bleiben gemalte Gemälde. Dies bekräftigt der stets nachvollziehbare Malprozess in Bests konstruktiven Bildern. Die Übermalungen und Überarbeitungen des Bildes werden vom Künstler sichtbar gelassen, indem er einen trocken-pastosen Farbauftrag verwendet und so die untere Malschicht durchscheinen lässt. Das alles verdeutlicht das Besondere bei Bests »Konstruktiven«. Er bedient sich einem Begriff aus der Kunstgeschichte und interpretiert ihn für sich völlig neu. Somit gewinnen Bests »Konstruktive« in den 1970er Jahren eine eigene Handschrift und Interpretation und zeigen abermals das schöpferische Vorgehen in Georg Jakob Bests Kunst.