Simone Gehr

Die datierbaren Glasmalereien und Glasfenster von Georg Jakob Best entstanden in einem Zeitraum von 1955 bis 1977 und damit in der zweiten Hälfte des Künstlerlebens. Sie treten vor allem im Kontext von verschiedenen Ausschreibungen im Bereich »Kunst am Bau« auf, an denen Best nach dem Zweiten Weltkrieg teilnahm und auch mehrere für sich entscheiden konnte. Die Glasarbeiten sind sowohl in sakralen, als auch in profanen Räumen zu finden. Dabei verwendete Best einerseits die traditionelle Technik der Bleiverglasung, wobei auffällig ist, dass diese ausschließlich im Sakralbau auftritt, andererseits aber auch die moderne Technik der Dickglas-Betonwand, die in Räumen des öffentlichen Lebens zu finden ist. Der Künstler experimentierte in der Zeit mit unterschiedlichen Techniken und Materialien, eine Begeisterung, in die sich auch die Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Glas einordnen lässt.

Die Glasmalereien und Glasfenster Bests zeichnen sich durch eine abstrakte Formgebung und eine kräftige Farbigkeit aus. Nicht selten tritt dabei der wirkungsvolle Kontrast von Blau und Orange auf, der seine Wirkung im Raum entfalten kann. Eine starke Gliederung durch die von der Technik vorgegebenen Gliederstrukturen, seien es Bleiruten oder Betonelemente, ist zudem bemerkbar. Beispiele für ausgeführte Glasarbeiten Bests sind die Bleiverglasung der Friedhofshalle Götzenhain (1967) und die Dickglas-Betonwand im Aufenthaltsraum der Volksschule Sossenheim (1963).